Banda Aceh die (erstmal) Letzte

Höchste Zeit für ein neues Update liebe Gemeinde, soll sich ja keiner vernachlässigt fühlen 😉

Ich hatte aufgehört mit dem geschlossenen Tsunami – Museum. Dort bin ich dann später auch wirklich noch rein – aber nicht allein. Um etwa 3 Uhr wurde ich aufgegabelt von Mayang und ihrem Ehemann, Couchsurfer aus Banda Aceh. Zusammen haben wir die üblichen Tsunami – Memorials abgeklappert. Im klimatisierten Auto doch angenehmer als zu Fuß, und mit einheimischen Erklärungen auch noch imposanter und aufschlussreicher als alleine. Zunächst sind wir zum Generator-Schiff – ein echt fetter Brocken von Schiff, dass vor der Zeit des Tsunami im Hafen als Notstromversorgung diente. Jetzt liegt der Koloss von Schiff etwa zwei Kilometer tief an Land, und wurde zu einem Mahnmal ausgebaut. Durchaus geschmackvoll zurückhaltend. Etliche lokale Touristen waren dort, ich war aber wie üblich die einzige Langnase.

Dann ging es in das erwähnte Museum. Der Eingangsbereich ist – mangels eines besseren Wortes – krass.
Man geht durch einen sehr schmalen Gang, in fast absoluter Dunkelheit, links und rechts stählerne schwarze Wände, die ca. 10 Meter senkrecht empor ragen, und an denen Wasser herunter läuft. Unglaublich beklemmend, aber wahrscheinlich eine wirklich nicht schlechte Simulation, wie gewesen sein muss in der Welle…
Im Vergleich dazu ist der Rest des Museums eher „normal“, was aber nicht schlecht ist. Und was die Katastrophe selbst angeht – bei der in der Region etwa 150.000 Menschen ums Leben gekommen sind – so wird sie von den Einheimischen inzwischen als Segen empfunden. Absurd? Nur auf den ersten Blick. Denn eines ist in dieser Gegend, in der bis zum Tsunami Bürgerkrieg herrschte, jeden Tag spürbar – die sehr gläubigen Menschen der Region haben es als Zeichen gesehen, ihre eitlen Differenzen beizulegen und sich zu helfen anstatt Krieg zu führen. Und so fühlt sich Banda Aceh auch an – friedlich und harmonisch. Der Verkehr ist zwar lebhaft aber eher rücksichtsvoll, die Menschen begegnen einem meist wirklich mit einem Lachen im Gesicht, und man fühlt sich nie bedroht oder bedrängt. Wenn ich das mit so ziemlich jeder Stadt in Mittelamerika vergleiche, ein Unterschied von Tag und Nacht. Sehr schön!

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